Die 5 größten Fehler beim Autoleasing und wie du sie vermeidest

📖 Inhalt
- 1. Das Wichtigste auf einen Blick
- 2. Fehler 1: Restwertleasing statt Kilometerleasing abschließen
- 3. Fehler 2: Leasingangebote nicht vergleichen
- 4. Fehler 3: Beim Versicherungsschutz sparen - vor allem an der GAP-Versicherung
- 5. Fehler 4: Die jährliche Laufleistung falsch einschätzen
- 6. Fehler 5: Inspektionen auslassen und Schäden bis zur Rückgabe liegen lassen
- 7. Häufige Annahmen beim Autoleasing: Was stimmt wirklich?
- 8. Fazit: Die meisten Leasingfehler lassen sich vor der Unterschrift vermeiden
Das Wichtigste auf einen Blick
Kilometerleasing ist für Privatkunden fast immer die sicherere Wahl, weil der Leasinggeber das Risiko eines Wertverlusts trägt und nicht du als Leasingnehmer.
Dasselbe Modell kann bei verschiedenen Anbietern mehrere Hundert Euro Unterschied in den Gesamtkosten ausmachen - vergleiche daher immer Leasingfaktor und Einmalkosten, nicht nur die Monatsrate.
Ohne GAP-Versicherung zahlst du bei Totalschaden oder Diebstahl die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Ablösewert selbst
Mehrkilometer verursachen in der Regel höhere Kosten, als dir für Minderkilometer erstattet wird - eine realistische Einschätzung der Jahresfahrleistung spart bares Geld.
Lückenloser Service nach Herstellervorgaben und eine gute Vorbereitung der Rückgabe schützen dich vor hohen Kosten bei der Leasingrückgabe.
Fehler 1: Restwertleasing statt Kilometerleasing abschließen
Beim Autoleasing wählst du zwischen zwei grundlegenden Vertragsmodellen, die sich jedoch eklatant voneinander unterscheiden, denn welche Variante du wählst bestimmt darüber, wer am Ende das finanzielle Risiko trägt.
Beim Kilometerleasing vereinbarst du eine feste jährliche Laufleistung und am Vertragsende wird vom Leasinggeber abgerechnet, ob du mehr oder weniger Kilometer gefahren bist. Bist du weiter gefahren als vereinbart, zahlst du die genutzten Mehrkilometer. Wie hoch die Kosten dafür ausfallen, ist im Vertrag geregelt. Zudem können Kosten bei der Rückgabe auf dich zukommen, wenn die Gebrauchsspuren am Wagen über das normale Maß hinausgehen. Wie viel das Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch wert ist, spielt für dich dagegen keine Rolle. Dieses Risiko trägt der Leasinggeber.
Beim Restwertleasing hingegen legt der Leasinggeber bei Vertragsbeginn fest, welchen Wert das Fahrzeug am Ende der Laufzeit voraussichtlich noch hat. Aus der Differenz zwischen Anschaffungswert und diesem kalkulierten Restwert ergibt sich dann deine Monatsrate. Wird das Auto nach der Rückgabe für weniger verkauft als kalkuliert, zahlst du die Differenz nach und die Summe dafür kann schnell im vier- bis fünfstelligen Bereich liegen.
Liegt der Erlös über dem Restwert, bekommst du je nach Vertrag den Mehrerlös ganz oder anteilig ausgezahlt. Realistisch gesehen dürfte dieser Fall jedoch selten eintreten. Der Stolperstein bei dieser Vertragsart liegt in der Kalkulation: Je höher der Restwert angesetzt wird, desto niedriger wirkt die Rate auf den ersten Blick und desto wahrscheinlicher ist am Ende eine Nachzahlung statt einer Auszahlung.
Übrigens:
Dass Händler den Restwert optimistisch ansetzen dürfen, hat der Bundesgerichtshof bereits 2014 bestätigt. Der vereinbarte Restwert ist demnach eine Kalkulationsgröße und muss nicht dem realistisch zu erwartenden Marktwert entsprechen. Verbraucherschützer, die Stiftung Warentest und auch wir von GoLeasy raten Privatkunden deshalb strikt zum Kilometerleasing.
Besonders heikel wird es, wenn der Vertrag ein sogenanntes Andienungsrecht enthält. Dann kann der Leasinggeber verlangen, dass du das Fahrzeug am Ende zum vereinbarten Restwert kaufst. In der Praxis macht er davon vor allem Gebrauch, wenn das Auto auf dem Markt weniger wert ist.
| Kilometerleasing | Restwertleasing | |
|---|---|---|
| Wer trägt das Wertverlust-Risiko? | Leasinggeber | Leasingnehmer |
| Kosten am Vertragsende | Mehr-/Minderkilometer und ggf. für Schäden über normale Abnutzung hinaus | Differenz zwischen kalkuliertem Restwert und tatsächlichem Verkaufserlös |
| Planbarkeit | Hoch | Gering |
| Kilometerbegrenzung | Ja, in der Regel mit Toleranz | Meist keine feste Grenze, aber viele Kilometer drücken den Restwert |
| Geeignet für | Die meisten Privat- und Gewerbekunden | Wenn überhaupt, dann Gewerbekunden mit Rücklagen und Erfahrung in der Fahrzeugbewertung |
Woran erkennst du Restwertleasing im Vertrag?
Achte auf Begriffe wie „kalkulierter Restwert“, „Restwertausgleich“, „Teilamortisation“ oder „Andienungsrecht“. Entscheidend ist, ob du vertraglich verpflichtet bist, eine Differenz zum Restwert auszugleichen oder das Fahrzeug zu übernehmen. Ist das der Fall, handelt es sich um Restwertleasing, auch wenn im Angebot zusätzlich eine Kilometerleistung genannt wird.
Gut zu wissen:
Auf GoLeasy findest du fast ausschließlich Kilometerleasing-Angebote. Restwertleasing spielt im Privatkundengeschäft nur noch eine Nebenrolle.
Wie sich beide Modelle im Detail unterscheiden und für wen Restwertleasing trotzdem sinnvoll sein kann, erklären wir dir in unserem Ratgeber Restwert- oder Kilometerleasing.
Fehler 2: Leasingangebote nicht vergleichen
Manchmal ist die Verlockung zu groß und das Fahrzeug zu schön und schon entscheidet man sich für das erste Angebot, das einem gefällt – beim Händler um die Ecke, auf der Herstellerseite oder über eine einzelne Leasingplattform. Das ist bequem, aber meistens teuer, denn: Beim Auto Leasing gibt es keinen einheitlichen Preis: Autohäuser, Herstellerbanken und Leasingportale kalkulieren für exakt dasselbe Modell mit unterschiedlichen Raten, Laufzeiten, Kilometerpaketen und Nebenkosten.
Warum ein fehlender Vergleich dich Geld kostet
Die Monatsrate allein sagt wenig aus: Niedrige Werberaten entstehen oft durch hohe Überführungskosten, eine versteckte Sonderzahlung, 48 Monate Laufzeit oder ein Minimum an Inklusivkilometern. Erst die Gesamtkosten zeigen, welches Angebot wirklich günstiger ist.
Nur Gleiches ist vergleichbar: Laufzeit, Kilometerleistung und Sonderzahlung müssen übereinstimmen. Enthält ein Angebot Service-, Versicherungs- oder Reifenpakete, rechnest du deren Kosten vorher aus der Rate heraus, um die Deals wirklich objektiv miteinander vergleichen zu können.
Konditionen unterscheiden sich im Kleingedruckten: Kosten für Mehr- und Minderkilometer, Toleranzgrenzen und Lieferzeiten variieren von Anbieter zu Anbieter und wirken sich spätestens bei der Rückgabe aus.
Gute Deals sind schnell weg: Besonders attraktive Angebote sind oft nur wenige Tage online. Wer nur einen Anbieter im Blick hat, verpasst sie.
Timing und Flexibilität zahlen sich aus: Bei Auslaufmodellen sind niedrige Leasingfaktoren besonders häufig, bei frisch eingeführten Modellen ist schon ein mittelmäßiger Faktor häufig ein gutes Angebot. Daher gilt: Wer sich nicht auf ein bestimmtes Modell festlegt, findet im Normalfall die besten Deals.
Vorsicht bei Lockangeboten mit Basisausstattung:
Mit deinen Raten bezahlst du vor allem den Wertverlust des Autos. Ein Aktionsrabatt senkt diesen Wertverlust um einen festen Betrag – der aber nicht mitwächst, wenn du Extras dazubuchst. Ein vereinfachtes Beispiel ohne Zinsen: Ein Basismodell für 30.000 Euro verliert in 36 Monaten 12.000 Euro an Wert. Ein Rabatt von 6.000 Euro halbiert diesen Betrag, die Rate liegt bei rund 167 Euro. Konfigurierst du das Auto auf 40.000 Euro, steigt der Wertverlust auf 16.000 Euro. Der Rabatt bleibt bei 6.000 Euro, du zahlst also 10.000 Euro, rund 278 Euro im Monat. Ein Drittel mehr Listenpreis bedeutet hier zwei Drittel mehr Rate. Vergleiche deshalb immer mit der Ausstattung, die du wirklich willst – nicht mit der beworbenen Einstiegsrate.
Der Leasingfaktor: Deine wichtigste Vergleichskennzahl
Um Angebote unterschiedlicher Fahrzeuge und Preisklassen fair und objektiv miteinander zu vergleichen, nutzt du den Leasingfaktor. Er ist ein tolles Instrument, mit dem du auf den ersten Blick erkennst, ob es sich bei einem Angebot um einen guten Deal handelt oder nicht.
So berechnest du den Leasingfaktor:
Leasingfaktor = Monatsrate ÷ Bruttolistenpreis × 100
Enthält das Angebot eine Anzahlung beziehungsweise Sonderzahlung, teilst du sie durch die Laufzeit in Monaten und addierst das Ergebnis zur Rate:
Leasingfaktor = ((Monatsrate + Anzahlung ÷ Laufzeit) ÷ Bruttolistenpreis) × 100
Tipp:
Detaillierte Informationen zum Thema findest du in unserem Leasingfaktor Ratgeber.
So hilft dir GoLeasy beim Vergleichen
GoLeasy ist eine unabhängige Suchmaschine für Leasingangebote. Statt jede Plattform einzeln anzuschauen, durchsuchst du mit einer einzigen Suche die Angebote der großen Leasingportale.
Leasingfaktor automatisch berechnet: Für jedes Angebot zeigt dir GoLeasy den Leasingfaktor an, sodass du echte Schnäppchen sofort erkennst.
Effektive Rate statt Lockangebot: Einmalzahlungen wie Überführungskosten werden in die effektive Rate eingerechnet, so vergleichst du die tatsächlichen Kosten.
Filter nach deinen Kriterien: Filtere deine Ergebnisse nach Marke, Modell, Fahrzeugtyp, Rate, Laufzeit, Kilometerleistung, u. v. m.
Suchauftrag: Noch nicht das Passende dabei? Mit dem Suchauftrag benachrichtigen wir dich, sobald ein passendes Angebot online geht.
Unabhängig und kostenlos: GoLeasy verkauft und verleast selbst keine Autos. Hast du dein Angebot gefunden, leiten wir dich direkt zum Anbieter weiter, der auch dein Vertragspartner ist.
Übrigens: Computer BILD hat GoLeasy frisch auch für 2027 als Top Online-Plattform sowie als Top Automobil-Plattform ausgezeichnet.
Fehler 3: Beim Versicherungsschutz sparen - vor allem an der GAP-Versicherung
Beim Leasing bist du Besitzer, jedoch nicht Eigentümer des Autos. Deshalb verlangen Leasinggeber in aller Regel eine Vollkaskoversicherung und lassen sich ihre Ansprüche über einen sogenannten Sicherungsschein von deinem Versicherer bestätigen. Viele Leasingnehmer gehen davon aus, damit rundum abgesichert zu sein. Bei einem Totalschaden oder Diebstahl zeigt sich jedoch schnell eine Lücke, die mehrere tausend Euro groß sein kann.
Was ist eine GAP-Versicherung?
Die GAP-Versicherung (von englisch „gap“ = Lücke, auch GAP-Deckung oder Differenzkasko genannt) ist eine Zusatzversicherung für geleaste und finanzierte Fahrzeuge. Sie schließt die Lücke zwischen zwei Werten:
Wiederbeschaffungswert: Der Betrag, den eine Kaskoversicherung nach einem Totalschaden oder Diebstahl zahlt, also der Preis, den ein gleichwertiger Gebrauchtwagen zum Schadenszeitpunkt kostet.
Ablösewert: Das ist der Betrag, den du dem Leasinggeber schuldest, wenn der Vertrag vorzeitig endet. Er setzt sich aus den noch offenen Leasingraten und dem kalkulierten Restwert zusammen.
Weil Neuwagen gerade in den ersten Jahren stark an Wert verlieren, liegt der Wiederbeschaffungswert häufig deutlich unter dem Ablösewert. Ein Beispiel: Nach 20 Monaten Laufzeit wird dein Leasingauto gestohlen. Der Leasinggeber fordert einen Ablösewert von 31.500 Euro, die Kaskoversicherung zahlt einen Wiederbeschaffungswert von 25.000 Euro. Ohne GAP-Versicherung bleiben 6.500 Euro an dir hängen - für ein Auto, das du nicht mehr hast. Das gilt übrigens auch, wenn du unverschuldet in einen Unfall gerätst: Die Haftpflicht des Unfallgegners ersetzt ebenfalls nur den Wiederbeschaffungswert.
Worauf du beim Versicherungsschutz achten solltest
Prüfe, ob GAP bereits enthalten ist: Manche Leasingverträge und einige höherwertige Kaskotarife beinhalten die GAP-Deckung bereits. Bei anderen musst du sie separat ergänzen.
Nachträglicher Abschluss ist möglich: Hast du die GAP-Deckung vergessen, kannst du sie in vielen Fällen auch während der Laufzeit noch zu deiner Kaskoversicherung hinzubuchen.
Selbstbeteiligung beachten: Eine vereinbarte Selbstbeteiligung wird im Schadensfall von der Leistung abgezogen.
Besonders wichtig bei starkem Wertverlust: Je teurer das Fahrzeug und je stärker sein Wertverlust in den ersten Jahren, desto größer kann die Lücke ausfallen.
Leasingraten-Versicherung erwägen: Sie übernimmt die restlichen Raten, wenn du etwa durch unverschuldete Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder schwere Krankheit nicht mehr zahlen kannst. Die Beiträge sind meist überschaubar und lassen sich oft direkt mit dem Leasingvertrag abschließen.
Fehler 4: Die jährliche Laufleistung falsch einschätzen
Beim Kilometerleasing ist die vereinbarte Jahresfahrleistung einer der wichtigsten Faktoren für deine Rate und einer der häufigsten Gründe für Nachzahlungen. Viele Leasingnehmer wählen die Kilometerzahl nach Bauchgefühl oder bewusst knapp, um die Rate zu drücken. Beides kann teuer werden, nur auf unterschiedliche Weise.
Szenario 1: Laufleistung zu niedrig ansetzen
Fährst du mehr als vereinbart, zahlst du bei der Rückgabe für jeden zusätzlichen Kilometer einen festen Cent-Betrag. Er liegt meist zwischen 5 und 30 Cent - je nach Fahrzeugklasse und Anbieter. Viele Verträge enthalten eine Toleranz von 2.500 Kilometern, die allerdings für die gesamte Laufzeit gilt und nicht pro Jahr.
Ein Beispiel: Du vereinbarst 10.000 Kilometer pro Jahr bei 36 Monaten Laufzeit, fährst tatsächlich aber 13.000 Kilometer jährlich. Nach drei Jahren stehen 9.000 Mehrkilometer auf dem Tacho. Abzüglich der Toleranz werden 6.500 Kilometer berechnet. Bei 15 Cent pro Kilometer sind das 975 Euro Nachzahlung. Hinzu kommt: Mehr Kilometer bedeuten mehr Verschleiß an Reifen, Bremsen und Innenraum, was sich bei der Zustandsbewertung zusätzlich bemerkbar machen kann.
Szenario 2: Laufleistung zu hoch ansetzen
Der gegenteilige Fall mag auf den ersten Blick weniger kritisch aussehen, kann aber ebenfalls hohe Kosten verursachen. Eine höhere Kilometerleistung bedeutet in der Regel auch eine höhere Monatsrate, die gezahlt werden muss, egal wie viel du tatsächlich fährst.
Nicht gefahrene Kilometer werden zwar erstattet, allerdings meist zu einem deutlich niedrigeren Satz als Mehrkilometer. Außerdem gilt auch hier häufig die Toleranzgrenze, und viele Verträge deckeln die Erstattung, zum Beispiel auf insgesamt 10.000 Kilometer.
| Laufleistung zu niedrig angesetzt | Laufleistung zu hoch angesetzt | |
|---|---|---|
| Monatsrate | Niedriger | Höher |
| Am Vertragsende | Nachzahlung für Mehrkilometer | Erstattung für Minderkilometer, meist zu einem niedrigeren Satz |
Ob sich ein größeres Kilometerpaket lohnt, hängt davon ab, wie stark die Rate dafür steigt. Rechne deshalb vor Vertragsabschluss mehrere Kilometerstufen durch und stell Ratenunterschied, Mehrkilometer-Satz und Minderkilometer-Erstattung gegenüber. Hast du Service- oder Versicherungspakete gebucht, können pro Mehrkilometer zusätzliche Kosten hinzukommen.
So findest du die richtige Kilometerzahl
Rechne mit echten Daten: Nimm den Kilometerstand deines aktuellen Autos, Serviceberichte oder Tankbelege der letzten zwölf Monate als Grundlage, nicht dein Gefühl.
Denk an Veränderungen: Jobwechsel, Umzug, Homeoffice-Regelung, Nachwuchs oder ein neues Hobby können deine Fahrleistung deutlich verändern.
Beim Umstieg aufs E-Auto neu planen: Laut Kraftfahrt-Bundesamt fuhren reine Elektroautos 2025 im Schnitt 11.312 Kilometer, Benziner dagegen nur 8.406 Kilometer. Wer umsteigt, sollte seine bisherige Fahrleistung also nicht ungeprüft übernehmen.
Frag nach einer Anpassung: Merkst du während der Laufzeit, dass deine Schätzung deutlich daneben liegt, sprich frühzeitig mit deinem Leasinggeber. Einige erlauben eine Vertragsanpassung.
Fehler 5: Inspektionen auslassen und Schäden bis zur Rückgabe liegen lassen
Ein Leasingauto ist geliehen und genau so wird es am Ende auch bewertet. Bei der Rückgabe prüft ein Gutachter, ob der Zustand zu Alter und Laufleistung passt. Normale Gebrauchsspuren sind dabei einkalkuliert. Alles, was darüber hinausgeht, wird dir als sogenannter Minderwert in Rechnung gestellt. Viele Nachzahlungen entstehen dabei nicht durch große Unfallschäden, sondern durch vermeidbare Kleinigkeiten, die sich über drei Jahre angesammelt haben.
Wartung nach Herstellervorgaben ist Pflicht
Als Leasingnehmer bist du vertraglich verpflichtet, das Fahrzeug nach den Vorgaben des Herstellers warten zu lassen, meist in einer Vertrags- oder Partnerwerkstatt. Der Grund: Nach Ablauf der Garantie zeigen sich Hersteller bei Schäden in der Regel nur dann kulant, wenn das Auto lückenlos dort gewartet wurde. Jede Inspektion wird im Serviceheft dokumentiert, das der Gutachter bei der Rückgabe kontrolliert.
Fehlende oder verspätete Einträge führen schnell zu Abzügen. Das gilt auch für Elektroautos, die zwar weniger Wartung brauchen, aber ebenfalls feste Inspektionsintervalle haben.
Zwei Punkte werden dabei oft übersehen:
Garantie kürzer als Laufzeit: Endet die Herstellergarantie vor dem Leasingvertrag, zahlst du Reparaturen danach selbst. Vom Wert eines neuen Bauteils profitiert am Ende aber der Leasinggeber. Eine Anschlussgarantie ist deshalb beim Leasing besonders sinnvoll.
Wartungs- und Verschleißpakete durchrechnen: Viele Anbieter bieten Pakete zu einem festen Monatsbeitrag an. Vergleiche die Kosten mit den voraussichtlich anfallenden Inspektionen und Verschleißarbeiten - Reifen sind meist nicht enthalten, dafür ersetzt ein Paket teils die Anschlussgarantie.
So vermeidest du Kosten bei der Rückgabe
Schadenskatalog von Anfang an kennen: Lass dir bei Vertragsabschluss die Übersicht geben, welche Gebrauchsspuren akzeptiert werden und welche nicht.
Unfälle richtig melden: Informiere nach einem Unfall zuerst den Leasinggeber, denn ihm gehört das Auto und dann die Versicherung. Warst du nicht Schuld, fordere von der gegnerischen Versicherung auch die merkantile Wertminderung ein. Sonst zahlst du sie womöglich am Ende selbst als Minderwert.
Schäden zeitnah reparieren lassen: Kleine Schäden werden mit der Zeit oft größer. Für Kleinigkeiten lohnt sich ein Smart-Repair-Angebot im Vergleich zum möglichen Minderwert.
Vorher selbst prüfen und reinigen: Geh das Auto einige Wochen vor der Rückgabe bei Tageslicht durch, dokumentiere den Zustand mit Fotos und gib es sauber ab.
Protokoll genau lesen: Unterschreib das Rückgabeprotokoll nur, wenn du mit allen Einträgen einverstanden bist. Bei strittigen Punkten kann ein unabhängiges Gutachten helfen.
Eine ausführliche Checkliste für einen entspannten Rückgabetermin findest du in unserem Ratgeber zur Leasingrückgabe.
Häufige Annahmen beim Autoleasing: Was stimmt wirklich?
„Die niedrigste Monatsrate ist automatisch das beste Angebot.“
Nein, hohe Überführungskosten, eine Anzahlung oder ungünstige Mehrkilometer-Sätze können ein Angebot mit niedriger Rate am Ende teurer machen. Aussagekräftiger sind der Leasingfaktor und die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit.
„Beim Kilometerleasing gibt es am Ende keine Nachzahlung.“
Nur teilweise richtig: Ein Wertverlust auf dem Gebrauchtwagenmarkt betrifft dich beim Kilometerleasing tatsächlich nicht. Mehrkilometer und Schäden, die über normale Gebrauchsspuren hinausgehen, musst du aber trotzdem bezahlen.
„Jeder Kratzer wird bei der Rückgabe berechnet.“
Das stimmt so nicht. Normale Gebrauchsspuren, die zum Alter und zur Laufleistung des Fahrzeugs passen, sind einkalkuliert. Kosten entstehen erst bei Schäden, die über die übliche Abnutzung hinausgehen.
„Mit einer Vollkaskoversicherung bin ich komplett abgesichert.“
Nicht ganz, denn die Vollkasko zahlt bei Totalschaden oder Diebstahl nur den Wiederbeschaffungswert. Die Differenz zum Ablösewert deckt erst eine GAP-Versicherung ab.
Fazit: Die meisten Leasingfehler lassen sich vor der Unterschrift vermeiden
Ob dein Leasing am Ende entspannt oder teuer endet, hängt vor allem von Entscheidungen ab, die du vor Vertragsbeginn triffst. Setz auf Kilometerleasing statt auf Restwertleasing, vergleiche Angebote anhand von Leasingfaktor und Gesamtkosten, sichere dich mit einer GAP-Versicherung ab und plane deine Kilometer mit echten Zahlen. Während der Laufzeit schützen dich regelmäßige Inspektionen und ein aufmerksamer Umgang mit dem Auto vor bösen Überraschungen bei der Rückgabe.
FAQs
Was ist der häufigste Fehler beim Autoleasing?
Einer der häufigsten Fehler ist, sich nur an der Monatsrate zu orientieren. Wer Überführungskosten, Anzahlung und Vertragsbedingungen wie Mehrkilometer-Sätze nicht mitrechnet, zahlt über die Laufzeit oft deutlich mehr als nötig. Ein Vergleich über den Leasingfaktor und die Gesamtkosten schafft Klarheit.
Ist eine GAP-Versicherung beim Leasing Pflicht?
Gesetzlich vorgeschrieben ist die GAP-Versicherung nicht, manche Leasinggeber verlangen sie aber vertraglich oder haben sie bereits eingeschlossen. Unabhängig davon ist sie dringend zu empfehlen, weil du ohne sie bei Totalschaden oder Diebstahl die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Ablösewert selbst zahlst.
Kann ich die vereinbarte Kilometerleistung während der Laufzeit ändern?
Das hängt vom Leasinggeber ab. Einige Anbieter erlauben eine Anpassung der Laufleistung während der Vertragslaufzeit, andere nicht. Wenn du merkst, dass deine Schätzung deutlich daneben liegt, solltest du möglichst frühzeitig nachfragen.
Muss ich mein Leasingauto in einer Vertragswerkstatt warten lassen?
Häufig ja, viele Leasingverträge schreiben vor, dass Wartungen und Reparaturen in einer Vertrags- oder Partnerwerkstatt nach Herstellervorgaben erfolgen. Welche Regelung für dich gilt, steht in deinem Leasingvertrag.